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Presse - HNA vom 12.11.2001:

"Louis-Spohr-Wettbewerb-Förderpreis und Publikumspreis an Koreanerin

Schnell wurde klar, dass man die Altersspanne beim diesjährigen Spohrwettbewerb zu groß gewählt hatte. Die Jury entschloss sich zur Vergabe zweier Förderpreise.

Kassel < Der sinnvolle und erfolgreiche Louis-Spohr-Wettbewerb präsentierte sich in diesem Jahr in der Kategorie Gesang, Teilgebiet Oper. Mehr als 20 Bewerbungen waren dazu beim Louis-Spohr-Förderverein e. V. eingegangen, wie der Vorsitzende Dr. Lorenz Becker mitteilte. 15 Sängerinnen und Sänger kamen in die Vorrunde, von denen sich nunmehr vier Sopranistinnen(!) zur definitiven Entscheidung in der Kundenhalle der Kasseler Sparkasse stellten.

Dabei zeigte sich bereits nach den ersten beiden Vorträgen, wie problematisch es sein kann, für 16- bis 30-Jährige in einer gemeinsamen Gruppe auszuschreiben. Die pädagogisch erfahrene Jury unter dem Vorsitz von Hans-Dieter Uhlenbruck zog daraus den einzig vernünftigen Schluss, im stillen Einvernehmen mit den Veranstaltern, zwei Preise zu vergeben.

Virtuose Fähigkeit

Eingangs sang die 24-jährige Melanie Loll, begleitet von Ulrich Zippelius. Ihr technisch anspruchsvolles Programm mit Puccini, Mozart und Rossini dokumentierte den eindrucksvollen Stand ihrer virtuosen Fähigkeiten. Danach kam mit viel gesanglicher Anmut die Schülerin Johanna Greulich (19). Menotti, Mozart und Gounod waren ihre Favoriten. Sie spielte mit dem Publikum – herzlicher Applaus, zu Recht.

Nach den ersten Takten von Joung-Yun Son, 25 Jahre , war freilich klar, dass Teenager in künstlerischer und stimmlicher Reife nur in Ausnahmefällen hätten konkurrieren können. Mit Verdis "Caro nome" setzte die Koreanerin die Maßstäbe zur Preisvergabe. Daran konnte auch die grundsolide und gewissenhaft gestaltende 19-jährige Lisa Kaltenmeier nichts ändern – trotz Mozart, Weber, Verdi.

Resultat: Louis-Spohr-Förderpreis 2001 und der Publikumspreis für Joung-Yun Son; ein zusätzlicher Förderpreis für Lisa Kaltenmeier, womit die Ausschreibungsidee inhaltlich gefestigt wurde.

Die begründete längere Pause zu Gunsten einer seriösen Arbeit der Jury wäre sicher auch durch Beiträge jüngerer Musikkräfte zu gestalten gewesen, wenn schon ein Flügel bereitsteht. Den betreute im übrigen Altkapellmeister Ducke bei drei Kandidaten hervorragend und mit sicherem Operninstinkt.

Adolf Lang"

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